Stillförderung Schweiz

Fachtagung 2020 Zürich

27. August 2020; 13:00 Uhr; Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, Zürich

Programm

Aufgrund der besonderen Situation ist die Teilnehmerzahl beschränkt.
Falls die Veranstaltung nicht stattfinden kann, behalten wir uns vor, die Vorträge online anzubieten mit der Möglichkeit, den Referenten Fragen zu stellen.

Eine Anmeldung ist in jedem Fall erforderlich. Mit der Bezahlung ist die Anmeldung gültig.

Der Unkostenbeitrag von CHF 40 gilt für beide Optionen.  Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Zahlung berücksichtigt und es wird eine Warteliste erstellt.





Psychische Gesundheit nach der Geburt



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Mit der Geburt eines Kindes gehen einschneidende Veränderungen einher. Die persönliche Lebenssituation und das familiäre Umfeld beeinflussen den Übergang in die neue Rolle als Eltern mit. Die hormonelle Umstellung, Schlafdefizit und die Gewissheit, nun für viele Jahre ständig für das Kind präsent sein und Verantwortung tragen zu müssen, können belastend werden. Psychische Krisen können unmittelbar nach der Geburt und während des ganzen ersten Lebensjahres auftreten.

Vier Referate beleuchten die psychische Gesundheit nach der Geburt aus verschiedenen Perspektiven.




Unerwartet, leidvoll aber chancenreich – Meine Postpartale Depression
Annika Redlich; Leiterin Geschäftsstelle Verein Postpartale Depression Schweiz

Rund 15 Prozent der Mütter rutschen nach der Geburt in eine seelische Krise – Erschöpfung, Angstzustände, Panikattacken, Schuldgefühle bis hin zu Selbstmordgedanken können eine solche Krise prägen. Wer in einer postpartalen Depression steckt, kämpft mit jedem Tag, der überstanden werden muss, und ist nicht einfach nur übermüdet.


Häufig trauen sich die Betroffenen nicht, über ihre schweren Gedanken und Gefühle zu sprechen. Auch Fachpersonen sind nicht immer erfahren in der Diagnose oder im Umgang mit Betroffenen. Ich selbst litt nach der Geburt meiner Tochter an einer PPD und erhielt lange nicht die richtige Behandlung. Wie ich heute dank meiner persönlichen Erfahrung den Leidensweg vieler Mütter und Väter in dieser schwierigen Situation zu verkürzen versuche und welche Möglichkeiten Fachpersonen haben, um ebenfalls dazu beizutragen, möchte ich in diesem Referat aufzeigen.



Kindliche Entwicklung und Mutter-Kind-Beziehung: ihr Zusammenspiel am Beispiel früher Essstörungen

PD Dr. med. habil. Fernanda Pedrina, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie FMH, Zentrum für Entwicklungspsychotherapie Zürich

Der Ernährungsaufbau beim Säugling vom reflexgestützten Saugen von Milch bis zum selbstständigen Essen verschiedenster Nahrungsmittel ist ein hochkomplexer und störungsanfälliger Prozess. Neben der neurophysiologischen Reifung spielen die Interaktion und Beziehung zu den engsten Betreuungspersonen – am Anfang besonders das Stillen durch die Mutter, später die Einbettung im sozialen Kontext – eine zentrale Rolle. Sorgen um das Gedeihen und Essverhalten des Kindes sind sehr häufig und lösen in schweren Fällen bei den Eltern grosse Angst aus. Anhand verschiedener klinischer Bilder der frühen Essstörungen werden Krankheitsmuster aufgezeigt, in denen eine belastete Mutter(Eltern)-Kind-Beziehung mal als Folge, mal auch als Auslöser der kindlichen Fehlentwicklung erscheint. In beiden Situationen ist die fachliche Unterstützung der Mutter bzw. der Eltern im Umgang mit dem Säugling Bestandteil der therapeutischen Intervention.



Geburt und psychische Gesundheit der Väter

Egon Garstick, Psychotherapeut ASP/SBAP

Der Referent versteht diesen Titel, der viele Assoziationen auslöst, als einen Auftrag, über folgende Themen und Fragen zu sprechen:


Gedanken über die Emanzipation des Mannes: Als Einstieg hierzu das Zitat vom Männer- und Väterforscher Prof. Josef Aigner (Innsbruck): «Sicher ist, dass es Buben und Männer in ihrer Entwicklung aufgrund der patriarchal bedingten Mutterdominanz nicht leicht haben, ihre Geschlechtsidentität mühsam entwickeln müssen und auch später in ihrer Sexualität oft unsicher bleiben, was häufig mittels demonstrativer Männlichkeit kaschiert wird.»


Seit etwa 20 Jahren sammle ich zu all diesen Fragen und Themen spannende Erfahrungen im Rahmen der Elternschaftstherapie, der Väterarbeit und in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Pädiatern, Pflegefachfrauen und Hebammen, unter anderem durch die Mitarbeit in der Schreibabysprechstunde an der Kinderklinik im Stadtspital Triemli.



Postpartalzeit und Medikamenteneinnahme – welche Aspekte sind zu beachten?  

Andrea Burch, eidg. dipl. Apothekerin, MSc ETH pharm. Wiss., klinische Pharmazeutin FPH

 

Tritt eine Schwangerschaft unter einer psychopharmakologischen Therapie ein, resp. muss eine medikamentöse Therapie während einer Schwangerschaft oder kurz danach gestartet werden, ist das für die betroffenen Frauen, Familien und Medizinalpersonen oft mit Unsicherheiten und Ängsten verbunden.


Um die aufkommenden Fragen dazu beantworten zu können, ist ein umfassendes Verständnis des Arzneimittels vonnöten: Welchen Einfluss hat das Arzneimittel auf das Ungeborene? „Darf“ die Mutter trotz Medikamenteneinnahme stillen?


Nebst dem möglichen Einfluss des Arzneimittels auf das ungeborene Kind resp. den Säugling darf nicht vergessen werden, dass die Schwangerschaft die Wirkung des Arzneimittels beeinflussen kann: Wie wirkt das Arzneimittel bei einer Schwangeren im Vergleich mit einer Nichtschwangeren? Ab welchem postpartalen Zeitpunkt funktioniert der Körper der Frau wieder so, dass das Arzneimittel wirkt, wie wenn die Frau nicht schwanger gewesen wäre?


Schwerpunkt des Referats ist somit die Förderung des Verständnisses für die Still(-in-)kompatibilität von Psychopharmaka. Es werden Hilfestellungen für die Beschaffung von evidenzbasierten Informationen und deren praktische Einschätzung präsentiert.


Zusätzlich soll ein Einblick gegeben werden in die veränderte perinatale Pharmakokinetik von Arzneimitteln, deren (Nicht-)beachtung einen Einfluss haben kann auf den Therapieerfolg sowie auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen.


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