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Stillförderung Schweiz

Stillen - ein gesunder Start ins Leben



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Liebe Leserin, lieber Leser

 

Erwarten Sie ein Baby? Oder sind Sie Eltern geworden? Dann ist jetzt Vieles neu für Sie. Sicher haben Sie Fragen.

 

Wir von Stillförderung Schweiz unterstützen Sie gerne, zusammen mit anderen Organisationen. In dieser Broschüre finden Sie das Wichtigste zum Thema Stillen.

 

Wir möchten Ihnen Mut zum Stillen machen: Stillen ist etwas ganz Natürliches. Ihr Körper bereitet sich in der Schwangerschaft und nach der Geburt automatisch darauf vor. Beim Stillen fühlt sich Ihr Baby wohl und geborgen. Und Muttermilch ist die beste Nahrung für Ihr Baby.


Haben Sie Fragen zum Stillen. Dann finden Sie in dieser Broschüre Tipps und Anleitungen. Ganz am Schluss finden Sie die Adressen von Beratungsstellen und Fachpersonen.


Besuchen Sie auch unsere häufigen Fragen zum Stillen.

Ihre Stillförderung Schweiz
 

 

Inhaltsverzeichnis



Vor der Geburt


Warum stillen?


Muttermilch ist die beste Nahrung für Babys. Viele Mütter wissen das. Gesunde Babys brauchen in den ersten 6 Monaten nichts anderes als Muttermilch.

Muttermilch ist gesund und praktisch. Die Mutter hat sie immer dabei, und die Muttermilch hat immer die richtige Temperatur.

 

Stillen stärkt die Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Baby. Das Baby fühlt sich wohl und spürt die Liebe und Wärme der Mutter. Das Saugen stärkt die Muskeln im Gesicht und im Mund des Babys.


Muttermilch enthält viele Antikörper und andere Stoffe. Sie schützen Ihr Baby vor Krankheiten. In den ersten Tagen nach der Geburt hat die Muttermilch besonders viele Antikörper. Darum ist sie so wichtig für Ihr Baby.

 

Wenn das Baby wächst, verändert sich die Muttermilch. Je nachdem, wie viel Energie das Baby gerade braucht.

 

Die Muttermilch verändert sich auch während dem Stillen:

Am Anfang stillt sie den Durst Ihres Babys. Am Schluss ist mehr Fett in der Muttermilch. So stillt sie den Hunger Ihres Babys.

 

In der Muttermilch hat es:


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Gestillte Babys haben als Erwachsene ein kleineres Risiko für diese Krankheiten:

 

Auch für die Mutter hat das Stillen Vorteile:

 

Stillen ist gut für die Umwelt: Muttermilch macht keinen Abfall.


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Stillvorbereitung in der Schwangerschaft

 

Ihre Brüste verändern sich in der Schwangerschaft: sie werden grösser und schwerer. Oft sind sie auch empfindlicher. Die Warzenhöfe rund um Ihre Brustwarzen werden dunkler. Das Milchdrüsen-Gewebe in Ihren Brüsten wächst. Die Milchdrüsen produzieren später die Muttermilch.

 

Sie müssen Ihre Brüste und Brustwarzen nicht auf das Stillen vorbereiten. Wichtig ist später die richtige Still-Technik. Mit der richtigen Still-Technik werden die Brustwarzen nicht wund.

 

Sie können Ihre Brüste während der Schwangerschaft mit Wasser und Seife waschen.

 

Achten Sie auf diese Dinge:


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Babyfreundliches Spital


«Babyfreundliches Spital» ist eine Auszeichnung von der Welt-Gesundheits-Organisation und dem Kinderhilfswerk UNICEF. Babyfreundliche Spitäler und Geburtshäuser unterstützen Mütter, damit das Stillen klappt.

 

Es gelten folgende 10 Regeln:

  1. Die Mutter wird bereits in der Schwangerschaft auf das Stillen vorbereitet.
  2. Das Baby kommt gleich nach der Geburt auf den Bauch der Mutter. Dort liegt es mindestens 1–2 Stunden. In dieser Zeit wird es zum ersten Mal gestillt.
  3. Mutter und Baby können immer beisammen sein (Rooming-in).
  4. Das Baby bekommt nur Muttermilch. Es bekommt weder Tee, noch Wasser, noch Säuglingsmilch-Produkte – ausser dies ist medizinisch nötig.
  5. Das Baby bekommt möglichst keine Schnuller und Babyflaschen. Es gibt keine Werbung für Säuglingsmilch-Produkte.
  6. Die Mutter stillt das Baby, wenn es Hunger oder Durst hat.
  7. Wenn die Mutter nicht bei ihrem Baby sein kann: Jemand zeigt ihr das Abpumpen der Muttermilch.
  8. Das Spital gibt den Eltern Adressen von Fachpersonen ausserhalb des Spitals. Die Eltern können sich bei Problemen und Fragen zum Stillen dort melden.
  9. Das Spital hat schriftliche Regeln, die das Stillen unterstützen. Die Mutter wird von Spital-Personal betreut, das diese Regeln kennt.
  10. Dieses Spital-Personal bekommt spezielle Schulungen zum Thema Stillen.

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Nach der Geburt

Die ersten Stunden


Sie und Ihr Baby lernen sich gegenseitig kennen. Sie entwickeln eine enge Bindung. Dies nennt man auch «Bonding».

 

Schön ist, wenn Ihr Partner auch dabei ist.

 

Nach der Geburt legt Ihnen die Hebamme Ihr Baby auf die Brust. Oder Sie nehmen es selbst zu sich hoch.

 

Am besten liegt Ihr Baby nackt auf Ihrem nackten Oberkörper. Das stimuliert die natürlichen Suchreflexe Ihres Babys. Warten Sie ab und haben Sie Vertrauen: Ihr Baby wird Ihre Brust alleine suchen und finden.

 

Vielleicht muss der Arzt oder die Ärztin eine Geburts-Verletzung nähen. Oder die Hebamme will Ihr Baby untersuchen. Es kann dann trotzdem bei Ihnen bleiben.

 

Die Hebamme kann Ihr Baby auch später messen: Grösse und Gewicht bleiben in den ersten 1– 2 Stunden gleich.

 

Hatten Sie einen Kaiserschnitt? Geht es Ihnen und Ihrem Baby gut? Dann können Sie Ihr Baby zu sich auf die Brust nehmen. Fühlen Sie sich noch nicht wohl genug? Dann kann auch Ihr Partner Ihr Baby halten.

 

Schauen Sie auch den Film «Breast is best»


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Die ersten Tage


In den ersten Tagen lernen Sie und Ihr Baby sich immer besser kennen. Gemeinsam üben Sie das Stillen. Das geht am besten, wenn Sie Tag und Nacht zusammen sind.

 

Das ist wichtig in den ersten Tagen:



Das können Zeichen für Hunger sein:

 

Weint Ihr Baby? Dann hat es vielleicht schon lange Hunger.



Stillen Sie so oft, wie das Baby möchte


Nach der Geburt werden Sie das erste Mal stillen. Danach können Sie sich ausruhen. Auch Ihr Baby will sich erholen.

 

Warten Sie aber höchstens 6 Stunden bis zum zweiten Stillen. Häufiges Stillen fördert die Milchbildung. Sie dürfen Ihr Baby zum Stillen auch wecken.

 

Stillen Sie Ihr Baby immer dann, wenn es will. Ihre Brust bildet soviel Milch, wie Ihr Baby braucht. In den ersten Tagen und Wochen möchte Ihr Baby 8 – 12 Mal pro Tag trinken. Ruhen Sie sich aus, wenn Ihr Baby schläft.

 


Stillen in der Nacht


Am Anfang kennt Ihr Baby den Unterschied zwischen Tag und Nacht noch nicht. Es wird auch nachts trinken und wach sein. Das ist für Sie ziemlich anstrengend. Gewöhnen Sie Ihr Baby langsam an den Tag-Nacht-Rhythmus. Reden Sie nachts wenig und nur leise. Machen Sie nur wenig Licht.

 


Wie lange dauert eine Still-Mahlzeit?


Jedes Baby ist anders: Einige trinken schnell. Andere trinken langsam und machen immer wieder eine Pause. Einige Babys schlafen beim Trinken rasch ein. Wecken Sie Ihr Baby, wenn es nach kurzer Zeit einschläft.


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Milchbildung


Ihre Brust bildet in den letzten Monaten der Schwangerschaft Muttermilch.


Die erste Milch nach der Geburt nennt man Kolostrum. Das Kolostrum ist für Babys wichtig. Es enthält viele Antikörper, Proteine und Mineralstoffe.

 

Milchspende-Reflex


Sobald Ihr Baby an Ihrer Brust saugt, produziert Ihre Brust Muttermilch.


Wie funktioniert das? Die Berührungen und das Saugen an Ihrer Brust lösen einen Reiz aus. Nerven leiten diesen Reiz ins Gehirn. Das Gehirn gibt dem Körper den Befehl, 2 Hormone zu produzieren:

  • das Milchbildungs-Hormon (Prolaktin)
  • das Milchspende-Hormon (Oxytozin)



 
Das Milchbildungs-Hormon stimuliert die Milchdrüsen zur Produktion von Muttermilch. Je mehr Ihr Baby an der Brust saugt, desto mehr Muttermilch produziert Ihre Brust.

 

Sie fühlen Liebe und Zuneigung für Ihr Baby. Diese Gefühle stärken die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Baby.


Das Milchspende-Hormon hat 2 Funktionen:

  1. Es sorgt dafür, dass die Muttermilch durch die Milchgänge in Richtung Brustwarzen fliesst. Das ist der Milchspende-Reflex.
  2. Das Hormon sorgt dafür, dass Ihre Gebärmutter wieder kleiner wird. In den ersten Tagen nach der Geburt haben Sie deshalb beim Stillen oft Nachwehen: Ihre Gebärmutter zieht sich zusammen.


Von Tag zu Tag bildet Ihr Körper mehr Muttermilch.

 

Am 3. oder 4. Tag nach der Geburt nimmt die Milchbildung besonders stark zu. Die Brüste werden grösser und schwerer. Vielleicht spannen und schmerzen sie auch. Beginnen Sie bald nach der Geburt mit Stillen. Stillen Sie häufig. Nehmen Sie sich genügend Zeit dafür. Dann schwellen Ihre Brüste nicht so stark an.

 


Das hilft bei schmerzenden Brüsten:


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Ein gemütlicher Platz zum Stillen


Wenn Ihr Baby zeigt, dass es Hunger hat: Machen Sie sich rasch zum Stillen bereit. Stellen Sie ein Glas Wasser oder ungesüssten Tee neben sich. Machen Sie es sich bequem. Am Anfang ist es einfacher, wenn Sie mit nackter Brust stillen. Tragen Sie ein offenes Oberteil, damit Sie nicht frieren.

 


Bauch an Bauch


Nehmen Sie Ihr Baby nah an sich: Der Bauch des Babys berührt Ihren Bauch. Ohr, Schulter und Hüfte des Babys sind auf einer Linie. Halten Sie mit der freien Hand Ihre Brust. Die Nase des Babys und Ihre Brustwarze sollen auf gleicher Höhe sein.

 

Die Hebamme und das Pflege-Personal unterstützen Sie dabei.

 


Der Suchreflex des Babys


Vielleicht dreht das Baby den Kopf weg. Berühren Sie seine Wange mit Ihrer Brustwarze. Warten Sie kurz. Ihr Baby wird automatisch Ihre Brust suchen. Dies ist eine natürliche Reaktion, man nennt sie auch Suchreflex.

 

Berühren Sie die Lippen Ihres Babys sanft mit Ihrer Brustwarze. Ihr Baby wird automatisch den Mund öffnen. Wenn das Baby den Mund weit geöffnet hat, führen Sie es schnell an Ihre Brust.

 

Das Baby soll die ganze Brustwarze tief in den Mund nehmen und dazu einen grossen Teil des Warzenhofes. Ihr Baby beginnt zu saugen.

 

Oberlippen und Unterlippen sind sichtbar. Halten Sie Ihr Baby weiterhin Bauch an Bauch.


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Das Baby an die Brust anlegen




Mama hat etwas Feines für dich!
 


Das Baby sucht die Brustwarze.
Sein Mund ist weit offen, sein Kopf bewegt sich hin und her.
Die Mutter zieht es jetzt schnell heran.
 


Langsam öffnet das Baby seine Fäustchen.
Es entspannt sich.
 



So saugt Ihr Baby richtig:

 

Ihre Gebärmutter zieht sich beim Stillen in den ersten 3 – 5 Tagen nach der Geburt zusammen. Dies sind Nachwehen. Das sind Zeichen, dass das Baby richtig saugt.

 


Schmerzende Brustwarzen


Das Stillen kann Ihre Brustwarzen reizen.

Sie können rot und wund werden und schmerzen.

 

Das können Sie dagegen tun:


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Drei Stillpositionen für den Anfang




Die Wiegehaltung

ist eine einfache Stillposition für zuhause. Mit einem Kissen unter dem Arm ist es für Sie bequemer. Diese Stillposition ist auch unterwegs praktisch.

 


Die Seitenhaltung

ist ideal bei unruhigen Babys und bei Milchstau im Bereich der Achsel. Wenn Ihr Baby den Mund weit öffnet, können Sie seinen Kopf sanft und gezielt an Ihre Brust führen.

 


Das Stillen im Liegen

ist nach einem Kaiserschnitt oder einer Geburts-Verletzung eine gute Position. Aber auch nachts, wenn Sie sich ausruhen möchten. Vielleicht schläft Ihr Baby dabei ein.



 
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Die ersten Wochen


Ein Baby verändert Ihr Leben und Ihren Alltag. Ihre Tage richten sich nach dem Stillen. Stillen Sie immer dann, wenn Ihr Baby es wünscht. Aber auch dann, wenn es Ihnen gut tut: zum Beispiel, wenn Sie wegen viel Milch einen Druck in den Brüsten spüren.

 


Hilfe holen bei einer Depression


Mutter-Sein weckt starke Gefühle: schöne und schwierige. Etwa 15 % der Mütter haben nach der Geburt eine Depression.

Haben Sie oft negative Gedanken oder fühlen Sie sich überfordert? Dann suchen Sie Hilfe bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder beim Verein «Postpartale Depression Schweiz».

 

Nehmen Sie sich Zeit und ruhen Sie sich aus, wenn Ihr Baby schläft.



Gesund essen


Sorgen Sie beim Essen für Abwechslung. Essen Sie, was Ihnen und Ihrem Baby gut tut. Trinken Sie viel Wasser und ungesüssten Tee. Machen Sie sich zum Stillen ein grosses Glas bereit. Auch Vitamine und Mineralstoffe sind wichtig für Sie: Essen Sie deshalb jeden Tag Früchte, Gemüse und Salat.

 

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre «Ernährung rund um Schwangerschaft und Stillzeit»



Hilfe im Alltag


Bitten Sie jemanden um Hilfe für die ersten Wochen nach der Geburt: zum Beispiel Ihre Mutter oder eine Freundin. Sie können einkaufen und kochen. Oder sonst im Haushalt helfen.

 

Treffen Sie sich auch mit anderen Eltern. An Rückbildungs-Gymnastik-Kursen, Babymassage-Kursen oder Still-Treffen lernen Sie Mütter mit Babys kennen.


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Auch der Vater ist wichtig


Die ersten Wochen sind auch für den Vater Ihres Babys wichtig.

 

Wenn der Vater sich von Beginn an um sein Baby kümmern kann, wird er schnell sicherer. Er entwickelt eine eigene Beziehung zum Baby.

 

Mehr dazu im Faltblatt «Beziehung Vater - Baby» oder im Comic «Neuland».


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Bekommt mein Baby genügend Milch?


Ist Ihr Baby gesund? Trinkt es genug? Stillen Sie es, so oft es will? Dann braucht es in den ersten

6 Monaten keine zusätzliche Nahrung. Muttermilch enthält in den ersten 6 Monaten alles, was Ihr Baby braucht (ausser Vitamin D).

 

Ihr Baby trinkt nicht immer gleich viel: Im Sommer trinkt Ihr Baby häufiger und weniger lang. So stillt es seinen Durst.

 

Wenn Ihr Baby wächst, hat es mehr Hunger. Auch dann trinkt es häufiger. Sie haben aber immer genug Milch. Das viele Trinken fördert die Milchbildung. Nach etwa 2 Tagen ist Ihr Still-Rhythmus wieder normal.

 

 Anzeichen, dass Ihr Baby genug Milch bekommt:

 

Voraussetzung: Ihr Baby trinkt ausschliesslich Muttermilch.


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Weinen – die Sprache des Babys


Reagieren Sie immer auf sein Weinen. Weinen bedeutet nicht immer Hunger.

Es kann auch bedeuten: Ich brauche Nähe.

 


So können Sie oder Ihr Partner Ihr Baby beruhigen:

  • Legen Sie Ihr Baby auf Ihren nackten Oberkörper.
  • Tragen Sie Ihr Baby in einer Trage - Hilfe.
  • Streicheln, massieren oder baden Sie Ihr Baby.
  • Singen Sie Ihrem Baby leise ein Lied vor.

 

Haben Sie alles versucht? Aber nichts hilft? Sind Sie nervös und angespannt? Legen Sie Ihr Baby in sein Bett. Beruhigen Sie sich.

 

Sie dürfen Ihr Baby nie schlagen oder schütteln! Ihr Baby bekommt sonst vielleicht ein Schüttel-Trauma. Es kann daran sogar sterben.

 

Suchen Sie vorher Hilfe: zum Beispiel bei einer Person, der Sie vertrauen. Oder rufen Sie den  
Elternnotruf 0848 35 45 55 an.


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Veränderungen an Ihrem Körper


Es braucht mehrere Monate, bis Ihr Bauch nach der Geburt wieder kleiner wird. Nach etwa 1 Jahr haben Sie vermutlich wieder Ihr Gewicht, das Sie vor der Schwangerschaft hatten.

 

Stillen unterstützt diese körperliche Veränderung. Aber auch gesundes Essen, Bewegung und Gymnastik helfen. Rückbildungs-Gymnastik stärkt die Bauchmuskeln und den Beckenboden.

 

Einfache Übung für den Beckenboden

Machen Sie diese Übung 2 Mal pro Tag:

  • Spannen Sie Ihre Beckenboden-Muskeln an (als würden Sie Ihren Urin zurückhalten oder einen Tampon festhalten). Halten Sie die Spannung 10 Sekunden.
  • Entspannen Sie Ihre Beckenboden-Muskeln wieder. Wiederholen Sie dies 10 Mal.

 

Einfache Übung für den Bauch

  • Ziehen Sie Ihren Bauch ein und halten Sie die Spannung.
  • Entspannen Sie Ihre Bauchmuskeln wieder.
  • Wiederholen Sie diese Übung 20 Mal.

 

Bewegung und Sport aktiviert den Stoffwechsel und den Kreislauf. Sport tut auch stillenden Müttern gut.

 

Beachten Sie folgende Tipps:

  • Beginnen Sie mit Rückbildungs-Gymnastik.
  • Gehen Sie jeden Tag mindestens 30 Minuten spazieren.
  • Gehen Sie jeden Tag ein wenig länger spazieren.
  • Etwa 6 – 8 Wochen nach der Geburt können Sie Ihre Kondition trainieren: Radfahren, Schwimmen, schnelles Gehen, Tanzen.
  • Tragen Sie einen Sport-BH.
  • Stillen Sie wenn möglich vor dem Sport. So fühlen Sie sich wohler beim Sport.
  • Trinken Sie viel Wasser oder ungesüssten Tee.
  • Vermeiden Sie Sportarten, die Ihre Brustmuskeln zu stark belasten.


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Infos zum Abpumpen

Auswärts und unterwegs


Wollen Sie etwas unternehmen, dann nehmen Sie Ihr Baby einfach mit. Seine Nahrung haben Sie

ja immer dabei. Achten Sie auf praktische Kleidung: So ist das Stillen auswärts einfacher.

 

Stillen ist überall erlaubt. Suchen Sie zum Stillen einen ruhigen Ort, wo niemand raucht. Mit der App mamamap.ch können Sie einen guten Ort fürs Stillen suchen.


Möchten Sie ohne Ihr Baby etwas unternehmen? Dann bitten Sie jemanden aus Ihrer Familie oder eine gute Freundin um Hilfe.

 

Sind Sie länger als 2 – 3 Stunden weg? Die Muttermilch für diese Zeit können Sie vorher abpumpen oder ausmassieren.

Benutzen Sie für die Muttermilch ein sauberes Glas oder einen sauberen Becher mit Deckel. Reinigen Sie diese vorher in kochendem Wasser.

 

Wenn Ihr Baby Hunger hat, bekommt es die Milch: Entweder mit einem kleinen Becher oder Löffel.

Oder mit der Babyflasche. Verwenden Sie die Flasche nur, wenn Ihr Baby das Stillen gut gelernt hat.



 


Sie können die Muttermilch in Portionen im Tiefkühler einfrieren.


Tauen Sie die Muttermilch auf, wenn Sie die Milch brauchen.

 

Achtung: Frieren Sie aufgetaute Muttermilch nicht wieder ein.


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Brustmassage - die Muttermilch von Hand ausmassieren



Legen Sie beide Hände oben und unten auf die Brust.

Verschieben Sie das Brustgewebe sanft hin und her.

Machen Sie das Gleiche mit den Händen links und rechts an der Brust.

 


Streicheln Sie vom Brustrand bis über die Brustwarze hinweg.

Wiederholen Sie diese Bewegung rund um die Brust.

 


Legen Sie Daumen und Zeigefinger um die Brustwarze.
Die anderen Finger heben die Brust leicht hoch.
Drücken Sie Daumen und Zeigefinger in Richtung Brustkorb.
 


Schieben Sie den Daumen und die Finger Richtung Brustwarze.

Drücken Sie die Finger dabei mit der nötigen Stärke zusammen.

 


Machen Sie das Gleiche rund um die Brust. So fliesst die Milch aus der ganzen Brust.

 

Eine Fachperson hilft Ihnen dabei.


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Stillen und Arbeiten


Sind Sie berufstätig? Versuchen Sie, einen langen Mutterschaftsurlaub zu erhalten.

 

Als berufstätige Mutter dürfen Sie während der Arbeit stillen oder Milch abpumpen. Ihre Firma muss Ihnen einen Raum zum Stillen oder Abpumpen anbieten. Auch ein Kühlschrank für die Lagerung der Muttermilch muss vorhanden sein.


Die Stillpause gilt als Arbeitszeit, bis das Kind 1 Jahr alt ist. Sprechen Sie schon früh mit Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Arbeitgeberin über  Stillpausen.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Oder beim SECO.


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Schwierigkeiten beim Stillen

Am Anfang ist das Stillen vielleicht komplizierter und schmerzhafter, als Sie gedacht haben.

 

Das ist wichtig: Holen Sie rechtzeitig Hilfe und Beratung.

 

Fragen Sie Ihre Hebamme oder eine Stillberaterin. Die Krankenkasse bezahlt die Hausbesuche Ihrer Hebamme und 3 Stillberatungen einer Stillberaterin. Das sind Pflegefachfrauen, Hebammen und Ärztinnen mit einer Zusatz-Ausbildung im Stillen. Brauchen Sie mehr als drei Stillberatungen? Fragen Sie Ihre Krankenkasse, ob sie weitere Stillberatungen bezahlt.

 

Bei der La Leche League erhalten Sie kostenlose Stillberatungen.

 

Die Adressen von Fachpersonen finden Sie hier.


 

Wunde Brustwarzen


In den ersten Wochen sind Ihre Brustwarzen vielleicht empfindlich. Das kommt häufig vor. Haben Sie aber mehrere Tage wunde oder rissige Brustwarzen und grosse Schmerzen beim Stillen? Dann stimmt etwas nicht.

 

Vielleicht legen Sie Ihr Baby nicht richtig an die Brust. Oder Ihr Baby saugt nicht richtig.

 

Geben Sie das Stillen nicht gleich auf – fragen Sie Ihre Hebamme oder Stillberaterin um Rat.


Was tun bei wunden Brustwarzen?


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Pilzinfektion (Soor)


Jucken und brennen Ihre Brustwarzen? Spüren Sie einen stechenden Schmerz während dem Stillen? Dann haben Sie vielleicht eine Pilzinfektion. Diese nennt man Soor. Sie sehen dann im Mund oder auf der Zunge Ihres Babys manchmal weisse Flecken.

Manchmal sehen Sie einen Ausschlag auf der Haut, die mit der Windel bedeckt ist.

 

Waschen Sie Ihre Hände mit Seife: vor und nach dem Stillen sowie vor und nach dem Wickeln.

 

Kochen Sie den Schnuller jeden Tag 10 Minuten lang in Wasser.

 

Soor ist nicht gefährlich. Stillen Sie wenn möglich weiter. Aber: Sie und Ihr Baby brauchen eine Behandlung. Gehen Sie mit Ihrem Baby zu einem Arzt oder einer Ärztin.


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Milchstau


Fühlt sich eine Stelle an Ihrer Brust hart an? Schmerzt Sie diese Stelle beim Berühren?

Fühlen Sie einen Knoten unter der Haut?

Das ist vielleicht ein Milchstau: In den Milchkanälen hat es Milch, die nicht abfliessen kann.

 

Das hilft bei einem Milchstau:


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Brustentzündung


Fühlt sich eine Stelle an Ihrer Brust heiss an? Ist die Haut an dieser Stelle rot?

Fühlen Sie sich müde und erschöpft? Haben Sie Fieber und Kopfschmerzen?

 

Eine Brustentzündung fühlt sich ähnlich an wie eine Grippe. Zusätzlich haben Sie Schmerzen in der Brust. Melden Sie sich bei diesen Krankheits-Zeichen bei einer Fachperson.

 

Eine Brustentzündung muss behandelt werden. Wichtig: Stillen Sie jetzt häufig, etwa alle 2 Stunden. Sie können in der Regel weiterstillen, auch wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen Medikamente gibt.

 

Bleiben Sie im Bett. Legen Sie vor dem Stillen ein warmes Tuch auf die Brust. Legen Sie nach dem Stillen ein kaltes Tuch auf die Brust.



Milchmenge

Vielleicht bildet Ihr Körper einmal zu viel Milch. Oft verschwindet das Problem nach den ersten Stillwochen. Vielleicht ist Ihr Baby nach der ersten Brust schon satt.

 

Massieren Sie dann die Milch aus der anderen Brust aus oder pumpen Sie die Milch mit der Milchpumpe ab. Aber nur so viel, bis es nicht mehr spannt. Ziehen Sie einen BH an, der gut passt.

 

Ihr Baby trinkt so viel, wie es braucht. Ihr Körper bildet so viel Milch, wie Ihr Baby braucht. Wenn Ihr Baby grossen Hunger hat, trinkt es häufiger und mehr. Die Brust bildet dann mehr Milch.

 

Sind Sie unsicher? Denken Sie, dass Sie zu wenig Milch haben? Nimmt Ihr Kind nicht genügend Gewicht zu? Melden Sie sich bei einer Fachperson.


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Medikamente

Brauchen Sie während der Stillzeit Medikamente? Sagen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, dass Sie stillen.

 


Alkohol

Trinken Sie gerne einmal Alkohol? Alkohol geht in die Muttermilch und verändert den Geschmack.

Ein kleines Glas Wein oder Bier zu einer besonderen Gelegenheit ist möglich.

 


Kaffee

2–3 Tassen Kaffee oder Schwarztee pro Tag sind okay. Beachten Sie: Zu viel Kaffee und Schwarztee macht Ihr Baby vielleicht nervös.

 


Rauchen

Eine rauchende Mutter hat oft weniger Milch. Rauchen und Nikotin sind nicht gut für Ihr Baby. Es wird vielleicht unruhig, muss erbrechen oder hat Durchfall. Die Gefahr für eine Allergie oder eine Krankheit der Atemwege steigt.

Es ist wichtig, dass Ihr Kind ohne Rauch aufwächst.

Rauchen Sie nicht in der Wohnung. Bitten Sie alle, nicht in der Nähe Ihres Kindes zu rauchen.

 


Drogen

Drogen bedeuten ein doppeltes Risiko für das Kind:

  1. Die Drogen gelangen durch die Muttermilch zum Kind. Sie sind gefährlich für seinen Körper.
  2. Eine Mutter unter Drogen ist weniger aufmerksam. Sie passt vielleicht weniger gut auf ihr Kind auf.

 

Mehr Informationen finden Sie hier: Häufige Fragen


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Frühgeburt, Krankheit, Behinderung

Ist Ihr Baby zu früh geboren? Ist es krank oder hat es eine Beeinträchtigung?

 

Sie können es trotzdem stillen. Direkt nach der Geburt und auch später ist Körperkontakt besonders wichtig. Legen Sie Ihr Baby Haut auf Haut auf Ihren Oberkörper. Die meisten Spitäler und Kliniken unterstützen das. Ihr Baby liebt Ihre warme Haut.


Es lernt, wie Sie riechen. Auch Ihre Stimme ist beruhigend: Reden und singen Sie deshalb für Ihr Baby.

 

Ist Ihr frühgeborenes Baby nach der Geburt zu schwach zum Trinken? Dann beginnen Sie in

den ersten 24 Stunden mit Abpumpen der Muttermilch. So bildet Ihr Körper trotzdem Milch.

Ihr Baby kann das Trinken lernen, wenn es dafür bereit ist.

 

Ein krankes oder beeinträchtigtes Baby zu betreuen, kann für Eltern schwierig sein.

 

Lassen Sie sich deshalb von einer Stillberaterin oder Hebamme helfen.

 

Verbringen Sie so viel Zeit wie möglich mit Ihrem Baby.

 

Schauen Sie den Film «Stillen von Frühgeborenen»


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Vom Baby zum Kleinkind

Nahrung für das Kleinkind

Zusätzlich zum Stillen kann frühestens ab dem 5. Monat andere Nahrung gegeben werden. Diese Nahrung wird Beikost genannt. Spätestens ab dem 7. Monat braucht das Baby Beikost.

 

Ihr Baby fängt an, sich für Ihr Essen zu interessieren. Es streckt die Arme zu Ihrem Teller aus, strampelt mit den Beinen.

 

Stillen Sie weiter, auch wenn Ihr Baby nun Beikost bekommt. Geben Sie ihrem Baby zuerst Muttermilch und danach ein wenig Beikost. Sie können so lange weiter stillen, wie Sie und Ihr Baby es möchten.

 

Ihr Baby will jetzt auch Wasser aus einer Schnabeltasse oder einem Becher trinken. Geben Sie ihm nur Getränke ohne Zucker.


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Beikost bei Kindern mit Allergie-Risiko


Haben Sie oder der Vater Ihres Babys eine Allergie? Das erhöht das Risiko, dass Ihr Baby später auch eine Allergie bekommt. Geben Sie ihm aber trotzdem spätestens ab dem 7. Monat Beikost. Sie müssen keine Lebensmittel weglassen. Folgen Sie einfach den Ernährungs-Regeln.

 

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre «Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern».

 


Ihr Kind braucht Bewegung


Ab dem 7. Monat beginnen Babys, auf dem Boden zu krabbeln. Manche Babys lernen dies schnell, andere langsamer. Die Fortschritte sind von Kind zu Kind verschieden.

 

Sie können Ihr Baby beim Krabbeln unterstützen:

 

Lassen Sie Ihr Baby nicht zu lange in der Babyschaukel oder in der Babyschale oder im Autositz. Es kann sich darin schlecht bewegen und bleibt zu lange in der gleichen Haltung.


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Wie lange können Sie stillen?


Die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) empfiehlt: Stillen Sie Ihr Kind bis zum Alter von 2 Jahren

oder länger. Geben Sie Ihrem Baby in den ersten 6 Monaten nur Muttermilch.

 

Die Kinderärztinnen und Kinderärzte der Schweiz empfehlen: Geben Sie Ihrem Baby frühestens ab dem 5. Monat und spätestens ab dem 7. Monat zum ersten Mal Beikost . Es ist gut, wenn Sie zusätzlich weiter stillen, solange Sie und Ihr Baby es möchten.

 

Möchten Sie mit Stillen aufhören? Überlegen Sie sich zuerst, ob Sie wirklich ganz abstillen wollen. Stillen Sie langsam ab: Geben Sie Ihrem Baby die Brust nur noch, wenn es danach verlangt. So wird das Stillen langsam weniger.

 

Sind Sie unsicher? Haben Sie Fragen zum Abstillen?

Dann melden Sie sich bei einer Fachperson.


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Einführen der Lebensmittel beim Säugling


zum Vergrössern anklicken


Wenn Sie nicht stillen

Auch mit Säuglingsmilch-Produkten und mit der Babyflasche kann ihr Kind gesund wachsen.

 

Gekaufte Säuglingsmilch liefert Ihrem Baby, was es braucht. Bei der Zubereitung der gekauften Säuglingsmilch muss auf gute Sauberkeit geachtet werden.

 

Auch wenn Sie die Flasche geben, stärkt dies die Bindung zu Ihrem Baby. Es spürt Ihre Wärme und Liebe. Schauen Sie Ihrem Baby in die Augen.

Sprechen Sie leise mit ihm. Wählen Sie stets einen passenden Ort und lassen Sie sich Zeit.


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Hilfe und Unterstützung

Falls Sie Fragen zum Stillen haben, kontaktieren Sie eine Fachperson. Die Krankenkasse bezahlt 3 Stillberatungen. Kostenlose Stillberatungen erhalten Sie bei der La Leche League und bei der Mütter-und Väterberatung.


Hier erhalten Sie Informationen und Adressen von Fachpersonen in Ihrer Nähe.


Literaturhinweise



Informationen im Internet


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Impressum

Herausgeberin: Stillförderung Schweiz
Schwarztorstrasse 87, 3007 Bern
Tel. 031 381 49 66 
contact@stillfoerderung.ch

Fachliche Begleitung: Fachbeirat Stillförderung Schweiz

Überarbeitung der Neuauflage mit freundlicher Unterstützung durch den Kanton Aargau finanziert.

Diese Broschüre ist gedruckt in Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Albanisch, Serbokroatisch, Türkisch, Tamil und Arabisch erhältlich.

Bezugsadresse:
 stillfoerderung.ch/shop


© 2021 Text: Stillförderung Schweiz
© 2021 Bilder: Gesundheitsförderung Schweiz und Stillförderung Schweiz

Herzlichen Dank

Diese Broschüre wurde realisiert mit Unterstützung von:



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